Dokoratsprojekt wissenschaftliche Forschung

Moderne Zeiten: Netzwerk und Ausstellungspraxis der Wiener Werkstätte

Christiane Gastl

Das Dissertationsprojekt untersucht die Wiener Werkstätte (1903–1932) als kulturelles, soziales und ökonomisches Projekt der österreichischen Moderne. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob sich in Materialwahl, handwerklicher Produktion, Organisationsformen und der klaren Formensprache Praktiken zeigen, die sich als frühe Ansätze von Nachhaltigkeit und als Vorläufer heutiger Slow-Design-Konzepte verstehen lassen. Nachhaltigkeit wird dabei breit gefasst: Neben ökologischen Aspekten werden auch soziale Beziehungen in Arbeit und Markt sowie kulturelle Faktoren wie Wissensweitergabe, Werte und Gestaltungssprachen berücksichtigt.

 

Ein Schwerpunkt liegt auf den internationalen Auftritten der Wiener Werkstätte – von St. Louis 1904 über Stockholm 1917 bis zu Paris 1925 und 1937. Diese Präsentationen werden als kuratierte Räume gelesen, in denen Bilder von österreichischer Identität, kulturellem Kapital und ökonomischen Interessen ausgehandelt wurden. Darüber hinaus betrachtet die Arbeit Entwicklungen nach 1932 und fragt nach späteren musealen und marktbezogenen Rezeptionen. Methodisch verbindet das Projekt archivgestützte Objekt- und Ausstellungsanalysen mit Ansätzen aus Cultural Sustainability, Gender Studies, Kulturökonomie und Ausstellungsgeschichte, um die Rolle der Wiener Werkstätte zwischen ästhetischer Innovation, nachhaltiger Praxis und gesellschaftlicher Repräsentation neu einzuordnen.

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